Keramikbroschüren

* Ein kleiner Bildband ruft die alten Werkstätten unserer Stadt wieder in Erinnerung.
Der Gmundner Amateur-Historiker Hans Wagneder (Foto) hat aus seinem Erfahrungsschatz und seinem riesigen Bildarchiv wieder ein opulentes lokalgeschichtlichesMenü zubereitet: „Keramiken in der Stadt Gmunden“.

Wagneders Domäne, Oral History-Recherchen bei ehemaligen Mitarbeitern und das Zusammentragen alter Fotos, erlaubt einen interessanten Rückblick. Das 30-Seiten-Büchlein mit mehr als 100 Abbildungen setzt mit der Erwähnung bronzezeitlicher

Funde und mit dem Brennofen jener römischen Villa ein, auf die der „Ganglbauer“ 1955 beim Pflügen gestoßen war. 

Richtig zur Sache geht Wagneder dann auf den sechs Seiten über die Geschichte der berühmtesten Keramik-Dynastie, Schleiss. Was sich in deren Umfeld tat und entwickelte, ist weniger bekannt und wird hier gewürdigt: die Werkstätten Födinger, Pesendorfer, Eder, Reisenbichler, die Künstler Ohnsorg und Raidel und die neuen Zeitgenossen Martin Kunze und Maria Kosareva. Natürlich sind das Glockenspiel, der Töpfermarkt, die Leitbetriebe ÖSPAG/Laufen und Gmundner Keramik und das Klo&So ein Thema – oder auch der Sammler Ernst Grabner, der die großartige Fayencen-Sammlung König-Hollerwöger erworben hat. Den Charme der Publikation machen nicht Vollständigkeit oder streng wissenschaftliche Form aus, sondern Querverweise auf das gesellschaftliche Leben früherer Jahrzehnte, Spitznamen, amüsante Details und die populärwissenschaftliche Prägnanz bei einem Thema, mit dem tausende Seiten füllen ließen.

„Keramiken in der Stadt Gmunden“, 32 Seiten, 104 Abbildungen, ab 2. 11. Erhältlich bei: KochLibri, Bürgerservicestelle Am Graben, Trafik Klosterplatz; € 15,00

Neues Büchlein mit „Keramikspuren“ auf Schritt und Tritt

* Eine weitere Publikation, diesmal vom Musealverein, führt Keramik in Gmunden vor Augen – am Bau und im öffentlichen Raum.
Zunftzeichen, Hausschilder, Mosaike, Reliefs an Hauswänden, Fliesenbilder, Brunnen und Skulpturen, Blumentröge, Fassadenelemente, das moderne Stadtwappen am Trauntor, Keramikbänke, das Glockenspiel in der Rathaus-Loggia,… Wer durch die Stadt flaniert und ein Faible für Keramik hat, kann seine Kamera eingeschaltet lassen. Auf Schritt und Tritt stößt man auf Keramikspuren auf und in Gebäuden und im öffentlichen Raum. Seit hunderten Jahren ist es für die Menschen hier

selbstverständlich, dass sie gebrannten Ton für alle erdenklichen Gebrauchsgegenstände und für die Dekoration verwenden.

Es ist ein Verdienst des Gmundner Musealvereines und seines Obmannes August Mayer, dass erstmals ein bebilderter Katalog aller dieser Artefakte vorliegt, mit prägnanten Beschreibungen, einer Rundgangs-Route im Stadtplan und Hinweisen auf Betriebe, Museen, Märkte und Ausstellungen, die mit unserem Element zu tun haben.

Eine stichwortartige Keramik-Historie, Hinweise auf Töpfermarkt und Symposium und Kurzcharakteristiken der Laufen Austria AG und der Gmundner Keramik-Manufaktur ergeben und vervollständigen ein gutes Gesamtbild der Szene.

Der 28-Seiten Prospekt ist ein unerlässlicher Guide für eine Keramik-Erkundung oder Fotopirsch, auch für Einheimische, die viele der versteckten Schätze auch noch nicht kennen.

„Keramikspuren in Gmunden“, 28 Seiten, 65 Abbildungen, € 7,00, erhältlich im K-Hof Kammerhof Museum und in der Kulturabteilung im Rathaus